Thema Abschiebungen Nächstes Treffen des Netzwerkes am Dienstag, 9. Mai um 18.00 Uhr, Reinoldinum

Referent :  Rechtsanwalt Manuel Kabis

Abschiebungen sind derzeit bei den Ehrenamtliche, das beherrschende Thema. Das zeigt sich in den Gesprächen, die wir untereinander führen. Das zeigt sich auch in den Informationen, die der NRW Flüchtlingsrat und die Pro Asyl verschicken.

Rechtsanwalt Manuel Kabis ist ein außerordentlich erfahrener Anwalt für Asyl- und aufenthaltsrechtliche Fragen, der seit mehr als 25 Jahren aktiv ist. Er berichtet über seien Erfahrungen mit Abschiebungen und macht auf wichtige juristische Fragestellungen aufmerksam. Es wird ausreichend Zeit für die Fragen der Teilnehmenden sein.

Im Weiteren beschäftigt sich das Netzwerk mit den Überlegungen zu unserer eigenen Weiterarbeit. Beim letzten Treffen hatte es einen Workshop dazu gegeben. Die Ergebnisse liegen vor und werden besprochen.  Zum einen wollen wir die Sitzungen probeweise um einen dritten Teil erweitern, in dem sich die Anwesenden über konkrete Fragen der Kooperation und der Weitergabe von Wissen austauschen können. Zum anderen soll es in jeder Sitzung eine Inforunde zu Neuigkeiten und kleinen Themen geben. Darüberhinaus sollen in Zukunft auch vermehrt Themen aufgegriffen werden, bei denen es um die gesellschaftspolitische Lage der Flüchtlinge geht. Der heutige Abend behandelt auch darum das Thema Abschiebungen.

Der Sprecherrat

Paul Gerhard Stamm, Nahid Farshi, Christine Lüdeke, Pfr. Friedrich Stiller

 

 

Angriffe gegen Geflüchtete halten an

(16.3.17) Der Sprecherrat des Netzwerkes weist darauf hin, dass die Zahl der Übergriffe gegen Geflüchtete 2016 im Vergleich zum Vorjahr im Regierungsbezirk Arnsberg, zu dem Dortmund gehört, wie in ganz NRW erneut gestiegen ist. Alleine im Regierungsbezirk gab es 66 Übergriffe auf Geflüchtete und deren Unterkünfte. Neben 23 Fällen von Sachbeschädigung und 14 Fällen von Körperverletzung wurden vor allem auch neun Brandanschläge auf Unterkünfte dokumentiert. Die Informationen entstammen einer Meldung der Mobilen Beratungsstellen in NRW. (fs)

Nächste Sitzung Netzwerk : Donnertag, 9.3.17 um 18.00 Uhr bis 20.30 Uhr, Reinoldinum, Schwanenwall

Wir laden herzlich ein zur nächsten Sitzung des Netzwerk!

Was erwartet Sie ?

  1.  ab 19 Uhr : Netzwerkzukunft
  2. Herr Ohsieck, Stadt Dortmund, stellvertretender Bereichsleiter  für Personenstands- und Versicherungsangelegenheiten, wird freundlicherweise Rede und Antwort stehen
  3. Bericht über die Lage in unserer Stadt – Herr Piechota, Stadt Dortmund
  4. Austausch: Lage und Entwicklung
    1. Was hat sich für uns in den Vereinen in der letzten Zeit bei unserem Engagement verändert, und mit welchen Veränderungen rechnen wir in naher Zukunft?
    2. Was erwartet Ihr Verein vom Netzwerk ?
    3. Wir brauchen für diesen Punkt sicher 1 ½ Stunden, denn es ist wichtig zu klären, welche Rolle das Netzwerk in Zukunft für uns alle spielen kann. Jeder Verein kann zu Beginn in 5 Minuten vorstellen, was er zu den beiden Fragen denkt. Anschl. werden alle Anwesenden einbezogen .
  5. Verschiedenes  – die Plattform kommt – sicher  – und ein weiterer Termin

 

Der Sprecherrat

„Wir sind nicht die Gegner“ – Leiterin der Ausländerbehörde gibt Ehrenamtlichen Tipps und stellt sich Kritik

Dortmund, 26.02.2017.

„Wir sind nicht die Gegner!“ Mit dieser Botschaft wandte sich Melanie Schmickler, Leiterin der Ausländerbehörde Dortmund, an die Mitglieder des Netzwerks Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe. Die Ehrenamtlichen hatten im Reinoldinum die Chance, drängende Fragen loszuwerden – und sparten nicht an Kritik an der Behörde.

Die Ausländerbehörde ist eine wichtige Behörde für Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Aber die Behörde kümmert sich nicht nur um Flüchtlinge: Sie ist zuständig für 106.000 Ausländer, darunter auch ausländische Fachkräfte oder Studierende. und kümmert sich um die aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten von ausländischen Staatsangehörigen – dies können sein ausländische Studierende und Fachkräfte, Geflüchtete oder Unionsbürgerinnen und Unionsbürger. Damit ist die Dortmunder Ausländerbehörde in der gegenwärtigen Struktur die sechstgrößte kommunale Ausländerbehörde in Deutschland und die zweitgrößte in NRW. Dadurch steht die Ausländerbehörde Dortmund in ihrer Rechtsanwendung auch im Fokus  der übergeordneten Behörden und Gerichten, von Medien und Politik.

Besonders bemängelten die Flüchtlingshelfer organisatorische Schwachpunkte und stundenlange Wartezeiten. Oft muss man sich bereits um vier Uhr morgens anstellen, um überhaupt mit einem Sachbearbeiter sprechen zu können. Melanie Schmickler machte bei der gut besuchten Sitzung des Netzwerks deutlich, dass sie – wie auch die Mitarbeitenden –die Situation in einigen Punkten selbst nicht als zufriedenstellend empfindet. Sie könne in der derzeitigen Situation die Servicezeiten aber nicht ausweiten, da den Mitarbeitenden sonst die Zeit für bspw. die notwendige Bescheidung fehle. Zwar sei das Personal der Ausländerbehörde stark ausgeweitet worden – von rd.  85 Mitarbeitenden,  bei Schmicklers Dienstantritt als Abteilungsleiterin in der Ausländerbehörde, auf aktuell 130 – dies sei vor dem Hintergrund weiterhin steigender Fallzahlen und sich stetig verändernder Gesetzlagen aber immer noch nicht ausreichend. Zusätzliche Stellen seien bewilligt worden, bislang konnten aber nicht alle besetzt werden. Auch die Räumlichkeiten seien trotz der erhöhten Mitarbeiterzahl die gleichen geblieben. Die Belastung für die einzelnen Mitarbeiter ist durch die Umstände enorm gestiegen: Die Visa-Abteilung beispielsweise habe mit fünf Mitarbeitern 2015 1.250 Visa-Verfahren bearbeitet – im Folgejahr bereits 3.660. Pro Jahr habe die Behörde 80.000 Kundenkontakte. „Das ist ein Massengeschäft“, kommentierte Schmickler.

Bei dem Treffen im Reinoldinum  nahm sich die Behördenleiterin allerdings Zeit, die zahlreichen Fragen der Ehrenamtlichen zu beantworten. Die wichtigsten Themen waren Pass-Beschaffung, Probleme beim Familiennachzug, die Folgen der  Wohnsitzauflage und Möglichkeiten der Ausbildung. Aber auch Übersetzung und  Verständnis von Bescheiden und das Beschwerdemanagement in der Behörde wurden erörtert. Nicht zuletzt auch  Wege zur Härtefallkommission NRW.

Zusammenfassend warb die Leiterin der Ausländerbehörde für eine gute Zusammenarbeit bei den Ehrenamtlichen: „Wir sind nicht die Gegner!“ Zwar treffe die Behörde auch manchmal rechtliche Entscheidungen, die im Ergebnis nicht immer im Sinne der Ehrenamtlichen seien. „Aber wir kennen auch unsere Handlungsspielräume“, so Melanie Schmickler.

 

Hier die Themen im Einzelnen:

  • Übersetzung & Verständnis von Bescheiden: Heftig kritisiert wurde aus dem Plenum, dass die Behörde wichtige Dokumente und Aufforderungen nicht übersetzt. Es sei dann an den Ehrenamtlichen, bei den Geflüchteten für Klarheit zu sorgen, obwohl diese auch nicht immer firm mit der Sachlage seien; die Behörde stehle sich aus der Verantwortung, so der Vorwurf. Melanie Schmickler verwies auf den Flüchtlingsbeauftragten der Stadt, Frank Binder. Als Schnittstelle zwischen Behörden und Geflüchteten könne dieser offizielle Bescheide erklären. Zudem helfen die Flüchtlingsberatungsstellen z.B. von VMDO und verschiedenen Wohlfahrtsverbänden wie Diakonie, AWO oder Caritas. Die Behördenleiterin erklärte zudem, dass ein Geflüchteter das Recht habe, eine Begleitperson zu einem Termin mitzunehmen, die bei dem Verständnis der Sachlage hilft. Sie nahm allerdings als Anregung mit, dass mehr Sprachkompetenz bei den Behördenmitarbeitern selbst sinnvoll ist.
  • Beschwerdemanagement: Wenn Ehrenamtliche oder Geflüchtete unzufrieden mit einem Sachbearbeiter sind, hätten sie das Recht, den nächsthöheren Vorgesetzten, also zum Beispiel die Teamleitung, zu sprechen, erklärte Schmickler. Möglich sei es auch, das Büro für Anregungen und Beschwerden (Südwall 2-4, Tel. 0231-50-10000) als unabhängige Stelle aufzusuchen. Wenn es allerdings um eine Sachfrage ginge, sei es erfolgsversprechender, in der Ausländerbehörde selbst um Rat zu suchen.
  • Wohnsitzauflage: Ein extrem emotionales Thema war die Wohnsitzauflage, die seit dem 6.08.2016 in Kraft ist. Demnach sind Flüchtlinge verpflichtet in dem Bundesland zu wohnen, in das sie während des Asylverfahrens zugewiesen wurden. Dies gilt rückwirkend bis zum 01.01.2016. Ein Schreiben, mit dem die Dortmunder Ausländerbehörde Geflüchtete aufgefordert hatte, Stadt und Bundesland zu verlassen, sorgte für große Empörung. Die Ehrenamtlichen berichteten bei der Sitzung im Reinoldinum aufgebracht, dass der Brief bei Geflüchteten für große Panik und teils für eine Retraumatisierung gesorgt habe. Schmickler verwies darauf, dass die politischen Entscheidungen in dieser Phase „fast in Echtzeit“ getroffen worden seien und die Verwaltung in der Umsetzung fast tagesscharf reagieren musste bei zeitweise unklarer Weisungslage.
  • Familiennachzug: Für Ehepartner und minderjährige Kinder, die im Rahmen eines Familiennachzugs nach Deutschland kommen, gab die Behördenleiterin den Ehrenamtlichen den Ratschlag, einen eigenen Asylantrag zu stellen. Dies sei der wesentlich stärkere Aufenthaltstitel, der zum Beispiel auch bei Erreichen der Volljährigkeit für die Kinder vieles einfacher mache.
  • Pass-Beschaffung: Dass von Geflüchteten gefordert werde, sich aufgrund der Passpflicht einen Pass von ihrem Heimatland zu beschaffen, auch wenn dies in der Realität wegen hoher Gebühren und organisatorischer Schwierigkeiten kaum möglich sei, prangerten die Netzwerkmitglieder an. Hierzu erklärte Melanie Schmickler die Sachlage: In der Asylentscheidungspraxis werde vermehrt subsidiärer Schutz ausgesprochen dies bedeutet in der Folge: einer subsidiär schutzberechtigten Person ist es zuzumuten, sich für die Beschaffung von Passpapieren an die Behörden seines Heimatstaates zu wenden.. „Die Ausländerbehörde weiß aber, dass je nach Land die Passbeschaffung extrem schwierig sein kann“, so die Behördenleiterin. Diese Erfahrungswerte würde die Ausländerbehörde berücksichtigen und den Betroffenen –im Einzelfall durch längere zeitliche Fristen – entgegenkommen.
  • Härtefälle: In NRW gibt es eine Härtefallkommission, die als unabhängiges Gremium durch eine Beratung der Ausländerbehörden versucht, die Härte durch Ausreise zu verhindern. Wie Melanie Schmickler erläuterte, liegt die abschließende Entscheidung gleichwohl nicht bei der Kommission, sondern bei der Behörde. Sie betonte aber: „In Dortmund sind wir bisher immer der Empfehlung der Härtefallkommission gefolgt.“
  • Ausbildung: Durch die Neuregelung des Integrationsgesetzes und die damit verbundene Änderung des § 60a Aufenthaltsgesetz hat sich die Lage für Geduldete, die eine Ausbildung beginnen wollen, verbessert. Demnach dürfen sie für die Dauer der Ausbildung in Deutschland bleiben. Voraussetzungen dafür sind laut Schmickler, dass… – sie eine qualifizierte Berufsausbildung anstreben, – die Behörden keine aufenthaltsbeendenden Maßnahmen (wie eine Flugbuchung) eingeleitet haben, – keine Täuschungen oder Vorstrafen vorliegen.
  • für Personen aus sicheren Drittstaaten gilt diese Möglichkeit nicht, wenn der Asylantrag nach dem 01.09.2015 abgelehnt wurde, Die Behördenleiterin erklärte, dass bislang nicht geregelt ist, wann die Ausbildung beginnen muss, damit die Neuregelung zur Anwendung kommt. Nach Auffassung der Ausländerbehörde muss ein zeitlicher Bezug zwischen Duldungsausstellung und Ausbildungsbeginn gegeben sein. Im Moment sei dies eine „Ermessensentscheidung“, so Schmickler.

 

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Die Wohnsitzregelung behindert die Integration von Flüchtlingen

Dortmunder Netzwerk lehnt Neuregelung als unverhältnismäßig und unzumutbar ab

DAS NETZWERK DER EHRENAMTLICHEN IN DER FLÜCHTLINGSARBEIT in DORTMUND ( NEFDO) fordert, die negativen Auswirkungen des Integrationsgesetzes abzuschwächen! Seit dem 6. August ist die Wohnsitzregelung des §12a AufenthG in Kraft. Danach sind die Flüchtlinge verpflichtet in dem Bundesland zu wohnen, in dem sie auch während des Asylverfahrens gelebt haben. Darüber hinaus können die Bundesländer zusätzliche ortsbezogenen Wohnsitzauflagen verordnen. Bisher hatten Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung das Recht zur Freizügigkeit innerhalb der BRD. Nach neuer Gesetzeslage müssen anerkannte Flüchtlinge nun – mit Ausnahmen – für drei Jahre in dem Bundesland wohnen, dem sie zur Durchführung ihrer Asylverfahren zugeteilt wurden. Besonders dramatisch ist der Zeitrahmen: das Gesetz gilt rückwirkend bis zum 01.01.2016.

Das ist falsch. Denn: Flüchtlinge werden dem neuen Umfeld sofort wieder entrissen

Menschen dem Umfeld zu entreißen, welches sie nun nach der langen Phase des ungewissen Asylverfahrens gesucht und gefunden haben, kann der Integration nicht dienlich sein. Im Sinne einer tatsächlich erfolgreichen Integration steht das Land NRW in der Verantwortung diesen Menschen keine neuen Steine in den Weg zu legen! Verteilungsgerechtigkeit gibt es auch schon, weil die Flüchtlinge von Anfang an nach einem festen Verwaltungsschlüssel über das Land verteilt werden.

Wohnsitzauflagen für anerkannte Flüchtlinge: Völkerrechtlich problematisch

Das Völker- und EU-Recht lässt Wohnsitzauflagen für anerkannte Flüchtlinge überdies nur in sehr eng begrenzten Ausnahmesituationen zu. Grundsätzlich wird für anerkannte Flüchtlinge die Bewegungsfreiheit garantiert. Dies ist in Art. 26 der Genfer Flüchtlingskonvention verankert, der für anerkannte Flüchtlinge die Freizügigkeit im Aufnahmestaat vorsieht und nur beschränkbar, wenn sie für alle MigrantInnen-Gruppen gleichermaßen gilt. Aktuell beschäftigt sich der Europäische Gerichtshof mit der Frage, ob die Wohnsitzauflage auch im Hinblick auf subsidiär Schutzberechtigte europarechtswidrig ist. Die Anträge des Generalanwalts Cruz Villalón gehen davon aus.

Zwang zum Verbleib in strukturschwachen Gebieten: Integrationspolitisch kontraproduktiv

Flüchtlinge dürfen von der Politik nicht als zu verwaltende Masse gesehen werden. Das Ziel, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, zieht sie dorthin, wo die Perspektiven sehen. Kommunen und Städte, gerade aus strukturschwachen Gebieten, sollten das als Chance begreifen und mit Integrations- und Jobangeboten um den Zuzug von anerkannten Flüchtlingen werben. Soziale Brennpunkte hingegen entstehen nicht nur in Großstädten, sondern vor allem dort, wo Menschen ausgegrenzt werden und ohne Perspektiven bleiben.

Ein Dortmunder Beispiel aus unserer Patenschaftsarbeit über die negativen Folgen der Wohnsitzauflage negativ :

Eine syrische Familie hat bereits einen Bescheid dazu erhalten. Der Mann hat schon ein recht gutes Niveau in Deutsch und wirkt extrem engagiert. Er hat sogar für nächstes Jahr eine Lehrstelle in Dortmund. Auch hat die Familie ein Kind. Sie sollen wieder zurück in ein bayrisches Dorf gehen, wo es kaum Infrastruktur gab. Die Familie hat sich bei der Caritas beraten lassen und ein Schreiben an die Ausländerbehörde aufgesetzt, bisher aber noch keine Rückmeldung erhalten.

Noch ist nicht entschieden, wie NRW die Wohnsitzauflage umsetzen wird. Das Land und die Kommunen sind in NRW gefordert, die negativen Auswirkungen des Integrationsgesetzes abzuschwächen!

Niedersachsen und Rheinland Pfalz verzichten auf die ortsbezogenen Wohnsitzauflagen. NRW kann also auch so entscheiden!

Wir fordern:

Das Netzwerk der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit Dortmund fordert das Land und die Ausländerbehörde In Dortmund auf von der Härtefallregelung großzügigen Gebrauch zu machen, da das Gesetz selbst nicht mehr zu verhindern ist.

Das Netzwerk der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit Dortmund fordert das Land NRW auf, keine weiteren Regelungen zu treffen und die Wohnsitznahme innerhalb Nordrhein-Westfalens nicht weiter zu beschränken.

Das Netzwerk der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit Dortmund fordert insbesondere die Dortmunder Landtagsabgeordneten auf, sich dafür einzusetzen, dass auch in NRW auf eine entsprechende Regelung verzichtet wird und die Freizügigkeit innerhalb des Bundeslandes erhalten bleibt.

Die anerkannten Flüchtlinge erhielten zwischen Januar und Juli vom Bundesamt zusammen mit der Anerkennung die schriftliche Bestätigung ihres Rechts auf Freizügigkeit. Dies wurde ihnen nun rückwirkend aberkannt. Dies ist unserer Ansicht nach unhaltbar. Viele Geflüchtete haben auf diesen schriftlichen Bescheid ihre Lebensplanung aufgebaut. Sie haben in anderen Städten oder Bundesländern eigene Wohnungen bezogen, ihre Kinder besuchen dort die Schule, sie selbst machen Deutschkurse und bauen sich am neuen Wohnort einen Alltag auf.

Nun sollen diese Menschen kurzfristig in andere Städte zurück.

 

Kooperationen verbessern – 4. Treffen des Netzwerks im September 2016

Bei der vierten Sitzung des Netzwerkes im September 2016 ging es um die Kooperationen in der Flüchtlingshilfe in Dortmund. Paul-Gerhard Stamm vom Sprecherrat des Netzwerkes stellte aktuelle Ergebnisse einer Vergleichsstudie der Bertelsmann Stiftung vor. Dabei zeigte sich, dass Dortmund schon einiges geschafft hat, sich aber im Vergleich zu anderen Städten noch verbessern kann. Die Mitglieder des Netzwerkes wollen insbesondere, dass die Kooperation zwischen Stadt und Trägern mit den Ehrenamtlichen selbst verbessert wird. Hier versteht sieht sich das Netzwerk selbst als Plattform, um die Anliegen und Interessen der Ehrenamtlichen ins Gespräch zu bringen.

Darum forderten die Anwesenden auch Fortschritte seitens der Stadt. Ein erster Ansatz könnte das Pilotprojekt „lokal willkommen“ sein: Zum 1.10. 2016 ging in Brackel ein Büro an den Start, das ein integratives Netzwerk aus Haupt- und Ehrenamtlichen aufbauen will. Zielgruppe sind vor allem Flüchtlinge, die bereits in eigenen Wohnungen leben, sowie Menschen, die diese Flüchtlinge unterstützen wollen. Stadt Dortmund und Caritas arbeiten in dem Büro mit zwei Mitarbeiterinnen im Tandem zusammen.

Mehr Infos zu „Lokal Willkommen“: http://nordstadtblogger.de/lokal-willkommen-eroeffnet-ein-pilotprojekt-zur-besseren-integration-von-fluechtlingen-ist-in-brackel-gestartet/

(fs/cl)

Dritte Sitzung Juni 2016

Die dritte Sitzung litt etwas unter schwierigen Rahmenbedingungen. Parallel fand im Rathaus ein Veranstaltung zum selben Thema statt, es regnete in Strömen und Teile des U- Bahnnetzes waren ausgefallen. Trotzdem fanden sich rund 25 Aufrechte ein, um weiter zu diskutieren. Im Vordergrund stand ein Gespräch mit Vertretern des Jobcenters, die über die Arbeit mit Flüchtlingen berichteten. Ehrenamtliche machten  auf etliche konkrete Probleme aufmerksam. Es wurde verabredet, dass man über die  aktuellen Probleme im Gespräch bleibt. Die Behördenvertreter boten zudem die Durchführung  spezieller Schulungen nach Verabredung an.

( fs)

3. Treffen des Netzwerks für 23. Juni geplant

Am Donnerstag, den 23. Juni um 19 Uhr wird das dritte Treffen des Netzwerk Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe stattfinden. Das teilt der Sprecher/innen- Rat mit. Die Sitzung findet in den Räumen der AWO in der Klosterstrasse statt.

An dem Tag sollen die Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit im Netzwerk festgelegt werden. Der Sprecher/innen- Art wird Vorschläge dazu machen. In der  letzten Sitzung hatte es dazu Arbeitsgruppen und ein Voting gegeben. Weiteres Thema wird die Vermittlung in Arbeit sein. Dazu soll ein Vertreter der  Jobcenters eingeladen werden.

Eine Einladung mit dem Ablauf wird wie immer vorher per Mail versandt.

sti/24.5.16

Hilfe für Helfer gefordert

Zweites Treffen des Netzwerks beschäftigte sich mit Herausforderungen 2016

Mehr Patenschaften für Flüchtlinge und eine intensivere Unterstützung für ehrenamtliche Helfer – das waren die wichtigsten Forderungen beim zweiten Treffen des Netzwerks „Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe“ im April 2016.

Besonders viel Hilfe brauchen die Geflüchteten, die in eigenen Wohnungen leben, waren sich die Ehrenamtlichen einig. Eben in Form von Patenschaften – doch davon gibt es noch zu wenige, obwohl sich in dem Bereich bereits mehrere Vereine engagieren. Außerdem müssten Paten gut für ihre verantwortungsvolle Aufgabe qualifiziert werden, zum Beispiel in Rechtsfragen, und bräuchten die Möglichkeit zur Supervision . Das Netzwerk fordert daher von Stadt und Wohlfahrtsverbänden mehr Unterstützung in diesem Bereich.

Weitere wichtige Herausforderungen sind nach Meinung der Netzwerkteilnehmer bessere Angebote für Flüchtlingskinder – zum Beispiel mehr Plätze in Kindertageseinrichtungen , damit schon die ganz Kleinen schneller Deutsch lernen können. Für Erwachsene wünscht sich das Netzwerk eine bessere Verzahnung der Sprachkurse von Haupt- und Ehrenamtlichen. Auch mehr Hilfe bei Behördenkontakten sieht das Netzwerk als wichtige Aufgabe an und will sich für ein gutes gesellschaftliches Klima gegenüber den Flüchtlingen  einsetzen.

Ehrenamtliche aus Vereinen und Helferkreisen aus dem gesamten Stadtgebiet kommen in dem neu gegründeten Netzwerk zusammen. Auch Vertreter von Stadt und Wohlfahrtsverbänden arbeiten mit. Gemeinsames Ziel: Bessere Strukturen der Flüchtlingshelfer und damit eine bessere Unterstützung und einfachere Integration der Geflüchteten.

Die nächste Sitzung des Netzwerks ist im Juni. Interessierte sind willkommen.

lüd/sti

 

(26.4.2016)